Freiwilligendienst in Deutschland

Ein Freiwilligendienst in Deutschland ist auch für Bewerber*innen aus dem Ausland möglich. Zum Beispiel können Sie sich nach Ihrem Au-pair im Bundesfreiwilligendienst weiter in Deutschland engagieren. Auch "Incomer" und Geflüchtete können die Chance nutzen und sich für einen BFD bewerben. Wenn Sie nicht aus Deutschland kommen und einen BFD absolvieren wollen, müssen Sie bestimmte Anforderungen und Voraussetzungen erfüllen. 

Bewerbung - Aus dem Ausland für einen BFD 27+ in Deutschland bewerben

1. Freie Stellen finden

Suchen Sie im Stellenfinder nach einer Einrichtung, die Sie interessiert:

Freie Stellen (Sie sind jünger als 27 Jahre)

Freie Stellen (Sie sind älter als 27 Jahre)

 

2. Bewerbung senden

Kontaktieren Sie (per E-Mail oder Telefon) die Kontaktperson der Einsatzstelle, bei der Sie Ihren BFD 27+ leisten möchten. Schicken Sie Ihre Bewerbung direkt an diese Person. 

Bitte bewerben Sie sich auf Deutsch mit Ihrem Lebenslauf, Sprachnachweis, letztem Zeugnis, einem Motivationsschreiben und diesen Bewerbungsbogen.

Bewerben Sie sich maximal bei fünf Einrichtungen und füllen Sie jeweils einen neuen Bogen aus.

3. Prüfung Ihrer Bewerbung

Die Kontaktperson prüft Ihre Bewerbung.

Wenn die Einsatzstelle Ihre Bewerbung interessant findet, lädt sie Sie zu einem Vorstellungsgespräch ein. Dieses findet online statt.

4. Zusage

Möchte die Einsatzstelle Ihnen einen BFD27+ anbieten, erhalten Sie eine Zusage.

Wir kontaktieren Sie und kümmern uns um die Formulare und um die Genehmigung beim Bundesamt (BAFzA) sowie um die Organisation Ihres Dienstes.
Sie bekommen die BFD27+ Vereinbarung (Vertrag) mit allen Unterschriften zugesendet. Den Vertrag brauchen Sie bei Ihrem Termin für ein Visum bei der Botschaft.

Visum, Geld und Unterkunft im BFD 27+

Welche Arbeit macht man im BFD?

Sie arbeiten in sozialen Einrichtungen, z.B. im Krankenhaus, im Altenheim, Wohnheim für Menschen mit Behinderung oder im Kindergarten.

Im Kindergarten spielst du mit den Kindern und hilfst beim Essenvorbereiten.
Im Altenheim pflegst du die Bewohner*innen und machst Freizeitangebote.
Mit Menschen mit Behinderung machst du Freizeitangebote, hilfst in der Pflege und hilfst in der Wohngruppe.
Im Krankenhaus hilfst du in der Pflege.

Was ist ein BFD 27+?

BFD 27+ bedeutet BundesFreiwilligenDienst für Menschen über 27 Jahre.
Im BFD 27+ engagieren sich Menschen meistens ein Jahr in einer sozialen Einrichtung. Sie bekommen in dieser Zeit ein Taschengeld.

Wie viele Stunden arbeite ich pro Woche?

Sie arbeiten circa 40 Stunden pro Woche. In manchen Einrichtungen arbeiten Sie auch am Wochenende und im Schichtdienst, z.B. im Krankenhaus. Nachts arbeiten Sie nicht.

Wann beginnt und wie lange dauert ein BFD 27+?

Ein BFD 27+ dauert zwischen 6 und 18 Monaten. Die meisten machen einen BFD 27+ für 12 Monate. Eine Verlängerung ist möglich, wenn Sie schon im BFD 27+ arbeiten.
Der normale BFD Zyklus ist 1. September bis 31. August. Sie können Ihren BFD 27+ aber jederzeit beginnen, wenn Sie eine Einsatzstelle finden.

Gibt es Einsatzstellen mit Unterkunft?

Ja, es gibt Einsatzstellen mit Unterkunft. Oft haben Krankenhäuser, Altenheime oder Heime für Menschen mit Behinderung eine kleine Wohnung oder ein Zimmer für Freiwillige. Die Unterkunft ist kostenlos für Sie. Hier können Sie Einsatzstellen finden

Was mache ich, wenn mir der BFD 27+ nicht gefällt?

Sie können Ihren BFD27+ mit vier Wochen Frist zur Mitte oder zum Ende eines Monats beenden. Fragen Sie Ihre Referentin, ob es eine Möglichkeit gibt, die Stelle zu wechseln.

Muss ich geimpft sein?

Ja, Sie arbeiten mit vielen gefährdeten Menschen im BFD 27+. Deshalb brauchen Sie zwei Impfungen gegen Covid-19. Je nachdem in welchem Arbeitsbereich Sie Ihren Freiwilligendienst leisten, werden bestimmte andere Impfungen benötigt. Hierzu informiert Sie Ihre Einsatzstelle.

Wie kann ich im BFD 27+ mein Deutsch verbessern?

Sie erhalten von uns einen Geldbetrag für Bildung zur Verfügung gestellt. Diesen dürfen Sie für Deutschkurse einsetzen. Bei 12 Monaten BFD27+ sind das 600 Euro.

Sie können auch Ihre Einsatzstelle fragen, ob sie Ihnen einen Sprachkurs bezahlt.

Möchten Sie die B2-Prüfung in Deutschland machen? Die B2-Prüfung ist sehr schwer und erfordert viel Lernen. Bitte bedenken Sie das, wenn Sie während des BFD27+ die B2-Prüfung ablegen wollen.

Wie bekomme ich ein Visum?

  • Sie brauchen eine BFD-Vereinbarung (Vertrag) mit Ihrer Einsatzstelle und. Beim BFD muss auch noch ein Bundesamt (BAFzA ) die Vereinbarung genehmigen. Die Botschaft verlangt in der Regel eine Vereinbarung auf der alle Originalunterschriften sind. Für die Genehmigung der Vereinbarung müssen mehrere Wochen einberechnet werden.
  • Sie vereinbaren einen persönlichen Termin in der deutschen Botschaft / Konsulat in Ihrem Heimatland.
  • Sie organisieren alle Dokumente für den Termin in der Botschaft. Bitte informieren Sie sich auf der Website Ihrer Botschaft. Dort können Sie erfahren, welche Unterlagen und Übersetzungen Sie brauchen. Ein wichtiges Dokument ist Ihr Motivationsschreiben. Sie müssen der Botschaft erklären, warum Sie einen BFD27+ in Deutschland machen wollen, wie Ihnen der BFD27+ beruflich und persönlich in der Zukunft hilft und was Ihre Zukunftspläne in Ihrem Heimatland sind. Hier eine Hilfe für das Motivationsschreiben.
     
  • Ein Visum dauert oft mehrere Wochen. Bitte planen Sie viel Zeit ein. Bei Ihrem Visum müssen Sie beachten, ab wann es gültig ist. Bevor Sie Ihren Dienst beginnen, muss Ihr Visum mindestens einen Tag vorher gültig sein. Bitte klären Sie das direkt mit der Einsatzstelle, in der Sie den BFD27+ machen wollen. Das Auswärtige Amt bietet einen Überblick über Visumpflicht bzw. Visumfreiheit

Bekomme ich Urlaub?

Ja, Sie bekommen mindestens 26 Tage bezahlten Urlaub im BFD 27+.

Wie viel Geld bekomme ich im BFD 27+?

Ab September 2022 bekommen Sie als BFD-Freiwillige*r mindestens 455 Euro Taschengeld im Monat.

Wie teuer ist Deutschland?

Das Leben in Deutschland ist relativ teuer.

Hier ein paar Preise: Ein Busticket kostet ca. 3 Euro, ein Brot vom Bäcker ca. 4 Euro, eine Pizza im Restaurant ca. 10 Euro, eine Jeans von H&M ca. 40 Euro, ein Stück Käse ca. 3 Euro, 1 kg Reis im Supermarkt ca. 2,50 Euro, ein Zimmer in einer WG kostet ca. 500 Euro Miete.

Wer bezahlt meine Reisekosten?

Sie bezahlen die Kosten für Flug oder Bahnfahrt nach Deutschland selber.
Wenn Sie nach mindestens 12 Monaten BFD 27+ wieder in Ihr Heimatland zurückkehren, bekommen Sie 300 Euro Reiseunterstützung von uns.

Darf ich neben dem BFD 27+ noch arbeiten und Geld verdienen?

Nein, Sie dürfen neben dem BFD 27+ keine weitere Arbeit haben und damit Geld verdienen.  

Muss ich ein Sperrkonto nutzen?

Nein.

Ich bin aktuell Au-Pair in Deutschland. Kann ich einen BFD 27+ machen?

Ja, Sie können einen BFD 27+  machen, wenn Sie schon in Deutschland als Au-Pair arbeiten. Bitte beachten Sie: Sie brauchen ein neues Visum - Visum zur Aufnahme eines Freiwilligendienstes. Ihr BFD 27+ muss direkt nach Ende Ihres Au-Pairs beginnen. Mit allen nötigen Dokumenten gehen Sie in Ihre lokale Ausländerbehörde, um dort ein neues Visum zu beantragen.

Die Bundesagentur für Arbeit informiert zu grundlegenden Themen für die Arbeit in Deutschland.

Wichtige Voraussetzungen und Anforderungen

  • Für Bewerbungen aus dem Ausland gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie für alle BFD27+-Bewerber*innen. Solange Sie ein Visum bekommen, spielt die Nationalität keine Rolle
     
  • Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass Sie bereits Deutsch sprechen. Das Leben in Deutschland findet auf Deutsch statt. Daher gilt es als Voraussetzung, dass Sie zum Zeitpunkt Ihrer Bewerbung über Kenntnisse der deutschen Sprache auf dem Niveau B1 verfügen (mit Nachweis/Zertifikat).
     
  • Um einen BFD 27+ in Deutschland zu absolvieren, müssen Sie eine Einsatzstelle kontaktieren und sich dort bewerben. Die Einsatzstelle entscheidet dann, ob sie Ihnen einen Platz anbieten kann. Mehr Infos dazu unter Bewerbung.
     
  • Bewerber*innen, die keine deutsche Nationalität haben und nicht aus der Europäischen Union kommen, benötigen ein Visum.
    Das Visum heißt: Visum zur Aufnahme eines Freiwilligendienstes. Sie bekommen das Visum bei der deutschen Botschaft in Ihrem Heimatland.

Ihre Ansprechperson

Patricia Keller

Patricia Keller

Bildungsreferentin Incoming
incoming@freiwilligendienste-rs.de
07153 70381-33